Kommt die Eigenheimzulage zurück?

Kommt die Eigenheimzulage zurück?

Bis 2006 gab es sie in Deutschland schon einmal: die Eigenheimzulage. Die Idee ist also nicht neu. Jetzt wird erneut über sie diskutiert. In vielen Teilen der Bundesrepublik ist es nämlich günstiger, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, als zu mieten. Nur in Großstädten wie beispielsweise Berlin, Köln oder Hamburg ist das nicht der Fall. Trotzdem besitzen immer weniger Menschen ein Eigenheim. 2015 waren es in ganz Deutschland nur etwa 52%. In keinem anderen Land der EU ist diese Zahl so niedrig. In Rumänien, die Spitzenreiter in Sachen Eigenheim sind, besitzen beinahe 96% aller Bürger ihre eigenen vier Wände. Im Nachbarland den Niederlanden sind es immerhin 67%, in Frankreich fast genauso viele.

Wieso kauft niemand?

Das liegt zum Beispiel daran, dass zwar die Zinsen für Kredite zurzeit niedrig sind, so dass sich theoretisch viele Menschen ein Haus und Grundstück leisten könnten. Allerdings fordern die Banken für den Kredit meist ein hohes Eigenkapital von bis zu 20% des Vorhabens. Wer sich da eine Wohnung kaufen möchte, die 250.000 Euro kostet muss immerhin 50.000 Euro selbst aufbringen. Für viele ist das aus eigener Tasche kaum zu schaffen.

Wie eine Eigenheimzulage aussehen kann

Aus diesem Grund plant die Bundesregierung eine neue Variante der Eigenheimzulage. SPD-Bauministerin Barbara Hendricks verhandelt bereits mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der Zuschuss soll, je nachdem wie viele Kinder zum Haushalt gehören, bis zu 20.000 Euro betragen. Für das erste Kind soll es 8.000 Euro zusätzlich geben, für ein zweites und drittes noch je 6.000 Euro. Anträge stellen können sollen Familien, die bis zu 70.000 Euro im Jahr verdienen. Alle Gehälter darüber hinaus, so wird geschlussfolgert, können sich ihre eigenen vier Wände ohne Zuschuss leisten.

Wo liegt der Unterschied zum Baukindergeld?

Die CDU hat auf ihrem Parteitag in Essen Anfang Dezember unter anderem für ein Baukindergeld gestimmt. Auch dieses Konzept gab es bereits einmal: bis 2005 konnten pro Kind 800 Euro jährlich steuerlich geltend gemacht werden. Das würde den Staat allerdings mehr kosten als eine Eigenheimzulage. Zudem könnten auch Besserverdienende vom Baukindergeld mehr profitieren, da es gehaltsunabhängig ausgezahlt würde. Im Gegensatz dazu wirkt eine Eigenheimzulage besonders in Regionen in denen die Förderung wichtig ist. Sie ist ausschließlich gedacht für Menschen, die sich ein Haus oder eine Wohnung sonst nicht leisten könnten.

Architektur Plan einer Wohnung
Bei der Planung eines Eigenheims gibt es einiges zu bedenken – zum Beispiel die Finanzierung.

 

Diese Fördermöglichkeiten gibt es bereits

Da die Konzepte der SPD und Union recht ähnlich sind, stehen die Chancen gut, dass noch in dieser Legislaturperiode eine Eigenheimförderung kommt. Der Zuschuss soll das Wohneigentumsprogramm der KfW ergänzen. Dieses Förderprogramm unterstützt den Bau und Erwerb von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen. Um es Menschen zu ermöglichen, aus ihrer eigenen Tasche die laufenden Kosten finanzieren zu können, unterstützt das Programm bei folgenden Kosten.

Beim Bauen eines Hauses:

  • Die Kosten für das Grundstück (solange der Kauf nicht länger als sechs Monate vor Antragstellung passierte)
  • Baukosten sowie Nebenkosten
  • Kosten der Außenanlage

Beim Kaufen:

  • Der Kaufpreis inklusive Nebenkosten und möglichen Modernisierungs- oder Umbaukosten die anfallen können

Den Zuschuss der KfW können private Antragsteller ebenso mit anderen Krediten oder Zuschüssen kombinieren. Von der KfW-Bank gibt es eine Vielzahl an Förderprogrammen rund um das Thema Immobilien. Im Blog berichteten wir zum Beipiel über energetische Sanierungen.

Was halten die Deutschen von den Plänen?

Die Meinungen über die Effektivität des Zuschusses gehen auseinander. Laut einer repräsentativen Umfrage befürworten immerhin 52% aller Deutschen die Pläne. 16% stimmten gegen sie, ein knappes Drittel will oder kann sich kein Urteil bilden. Eine Einführung der Eigenheimzulage könnte noch 2017 erfolgen. Bleibe auf dem aktuellsten Stand – Neuigkeiten zur Eigenheimzulage und anderen Themen gibt es hier im Blog und auf Twitter.

 

Bilder:

Bild 1: pixabay.com © Tyca (CC0 Public Domain)
Bild 2: pixabay.com © lorenzocafaro (CC0 Public Domain)

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