Wie lässt sich ein MBA finanzieren?

Wie lässt sich ein MBA finanzieren?

Immer mehr Deutsche können ein Bachelor-Studium vorweisen. Viele von ihnen machen mit einem Master weiter. Alleine in Deutschland gibt es beinahe 300 Master of Business Administration (MBA) Programme. Dabei sind Vollzeit Programme von Deutschen selbst viel weniger gefragt als von ausländischen Studenten. Viele Einheimische machen lieber ein Teilzeit-Studium, bei dem nebenher noch gearbeitet wird. Besonders für Executive MBAs benötigen Studierende meist noch mehr Berufserfahrung als für den MBA. Das sind häufig bis zu fünf oder zehn Jahre. Alternativ gibt es die Möglichkeit zu einem Fernstudium.

Beides hat den großen Vorteil, dass der Kandidat bereits Geld verdient und nicht länger auf seine Eltern oder Kredite und Stipendien angewiesen ist. Zudem muss er oder sie seine Berufslaufbahn nicht unterbrechen um noch einmal die Bank im Vorlesungssaal zu drücken. Leider sind MBAs allgemein ziemlich kostenintensiv. Besonders die Studiengebühren mit einer Summe von rund 30.000 bis 50.000 Euro schlagen heftig zu Buche. Im Folgenden stellen wir einige Finanzierungsmöglichkeiten vor.

Unterstützung vom Arbeitgeber

Wer in seinem Unternehmen für den nächsten Karriereschritt einen höheren Bildungsabschluss benötigt, sollte folgende Möglichkeit prüfen. Zeigt er großes Potenzial zur persönlichen Weiterentwicklung, bestehen mitunter gute Chancen vom Arbeitgeber finanziell unterstützt zu werden. Warum ein MBA auch für das Unternehmen sinnvoll sein kann, sollte der Interessierte seinem Chef daher gut erklären können. Weiterführende Informationen zum Thema MBA gibt es zum Beispiel vom Staufenbiel Institut. Ob und wie viel Geld es gibt, oder ob der Kandidat für sein Studium vielleicht freigestellt werden kann, muss jeder mit seinem Arbeitgeber individuell verhandeln.

Der Klassiker: Bafög

Die bekannteste Fördermöglichkeit ist mit Sicherheit Bafög. Wer ein Vermögen von weniger als 7.500 Euro besitzt kann Anspruch auf Darlehen oder Zuschuss haben. Unter Umständen darf das Vermögen die genannte Grenze überschreiten, zum Beispiel wenn es speziell für die Bewältigung der Studiengebühren angespart wurde. Im Online-Bafög-Rechner können sich Interessierte ihre Chancen berechnen lassen.

Studienkredite

Viele Interessierte, besonders wenn sie bereits einige Zeit gearbeitet haben, verfügen über mehr Geld, als für Bafög zulässig ist. Sie können bei der KfW-Bank einen Kreditantrag stellen. Die KfW bietet einen Kredit für weiterbildende Studien an. Bis zu 650 Euro vergibt die Bank monatlich. Das gilt allerdings nicht für Anwärter des Abschlusses Executives MBA (EMBA) und bezieht sich nur auf anfallende Lebenshaltungskosten, nicht aber Studiengebühren.

Förderprogramme von der Universität

So manche Hochschule vergibt selbst Stipendien und Fördermittel an ihre Studenten. Um aufgenommen zu werden, zählt da vor allem die Studienleistung. Wer mit einem herausragenden Graduate Management Admission Test (GMAT) Score überzeugen kann, hat gute Chance. In den meisten Fällen äußert sich das Stipendium als Erlass von einem Teil der Studiengebühren. Die Frankfurt School of Business and Finance zum Beispiel vergibt bis zu 15.000 Euro Stiependien an besonders gute Studenten. Zudem kann sich frühzeitiges Einschreiben auszahlen: bis zu 5.000 Euro können Kandidaten sparen. Einige Programme sind speziell für Frauen ausgelegt, um ihre Rolle in Führungspositionen zu stärken.

 

Lebenslauf
Ein MBA ist für einige Firmen wichtiges kriterium um die Karriereleiter hinauf klettern zu können.

Stipendien

Da der MBA oder EMBA als Weiterbildungsstudiengang meist nicht als gängiger Master wahrgenommen wird, ist die Vergabe von Stipendien etwas eingeschränkter. Eine Übersicht über verschiedene Stipendien-Träger findet sich hier. In Duisburg vergibt die Haniel-Stiftung jährlich sechs bis sieben Stipendienlätze. Darauf bewerben sich rund 200 Studenten, die Konkurrenz ist also groß. Wer das Stipendium erhält, kann sich allerdings über einen monatlichen Zuschuss und die Übernahme von einem Teil der Studiengebühren freuen. Von allen Bewerbern schaffen es in der Regel etwa 40 Personen, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden. Um aus der Masse der Bewerber herauszustechen, können Interessenten zum Beispiel mit sozialem Engagement punkten. Wichtig ist außerdem, dass sie überzeugend darlegen können, warum sie den Abschluss MBA anstreben. Für EMBA allerdings ist dieses Stipendium ausgeschlossen.

Sonderfall Ausland

Um Bafög oder einen Studienkredit der KfW beziehen zu können, muss der Antragsteller unter anderem in Deutschland eingeschrieben sein. Für ausländische Studiengänge gibt es andere Möglichkeiten. Zum Beispiel bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Stipendien. Diese umfassen meist einen Teil der Studiengebühren und monatliche Lebenshaltungskosten. Speziell für Kandidaten, die an amerikanischen Eliteuniversitäten studieren wollen, gibt es das ERP-Förderprogramm. Für ein doer zwei Jahre werden Studenten mit herausragenden Leistungen gefördert. Pro Jahr gibt es lediglich etwa 15 Plätze, sodass der Kampf unter den Anwärtern groß ist. Soziales Engagement ist definitiv ein Muss.

Lohnt sich die Suche?

Bei Studiengebühren, die in die zehntausende steigen, lohnt es sich in jedem Fall, die Finanzierungsmöglichkeiten sorgfältig zu recherchieren. Besonders gute Chancen haben Studenten mit guten Noten und sozialem Engagement. Interessierte sollten sich vor allem die Frage stellen, ob es wirklich ein MBA sein soll. Alternativ gibt es auch Weiterbildungskurse, die staatlich unterstützt werden und möglicherweise für die Position mehr wert sind, als ein MBA.

 

 

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Bild 2: pixabay.com © loufre (CC0 Public Domain)

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