Förderung für Berliner Brennpunktschulen

Förderung für Berliner Brennpunktschulen

Dank eines Bonusprogramms erhalten 275 Berliner Schulen finanzielle Fördermittel. Viele der Schulen liegen in Neukölln oder Berlin Mitte, den sozialen Brennpunkten der Hautstadt. Gestartet ist das Förderprogramm 2014. Seitdem wird es jährlich weiter ausgebaut. So flossen im  vergangenen Jahr 17,3 Millionen Euro an die Schulen.

Förderkriterien

Für Schulen, an denen mindestens die Hälfte aller Schüler auf staatliche Hilfe angewiesen sind, gibt es das Bonusprogramm. Das gilt für alle Schultypen, wie auch Privatschulen oder Berufskollege. Welche Schulen dabei sind, kann online eingesehen werden. Je nachdem, wie hoch die Prozentzahl der Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen vor Ort ist, kann jede Bildungseinrichtung bis zu 100.000 Euro erhalten.

Welche Projekte werden gefördert?

Wofür das Geld an der Schule verwendet wird, kann frei bestimmt werden. Um die Förderung langfristig aufrecht zu erhalten, muss genau dokumentiert werden, wie das Programm aussieht und ob es erfolgreich ist. Prüfungen finden regelmäßig statt.

  • Zu den finanzierten Projekten gehören Theater- und Musikveranstaltungen. Diese sollen die deutsche Sprache der Schüler fördern.
  • 30% der Projekte fokussieren sich auf die Unterstützung des Unterrichts, durch Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfelehrer. 
  • Beinahe ebenso viele Projekte zielen auf eine Verbesserung der allgemeinen sozialen Situation an der Schule und darüber hinaus in ihrer Umgebung ab. Der Zusammenhalt der Schüler untereinander wird durch Gruppenprojekte, wie gemeinsames Kochen, einen wöchentlichen Klassenrat oder dem Organisieren von Veranstaltungen gestärkt.

2016 konnten die Fehlstunden deutlich reduziert werden. Schüler fehlten 15% weniger als im Jahr davor. Das ist ein besserer Schnitt, als Berliner Schulen im Durchschnitt schaffen. Wenn zu den Veranstaltungen zusätzlich Menschen aus der Gemeinde eingeladen werden, hat das Bonusprogramm zudem einen positiven Einfluss auf das Zusammenleben im Stadtteil über die Schule hinaus.

Berlin Alexanderplatz U-Bahn Schild
Nicht nur in Berlin gibt es Brennpunktschulen, die von einer Förderung profitieren. NRW zieht nach.

Gibt es das Bonusprogramm nur in Berlin?

In NRW ist ein vergleichbares Programm unter dem Titel „Offene Ganztagsschule“ zu finden. Eltern, Land und Kommunen finanzieren es gemeinsam. Es wird wie das Berliner Programm immer weiter ausgebaut. Mehr Details gibt es online auf dem Bildungsportal NRWs. Die offene Ganztagsschule ist ein Teil des Programms „Zukunft Bildung und Betreuung“. Etwa 260.000 Ganztagesplätze gibt es für Schüler in ganz NRW. Mehr als 8.000 Ganztagsschulen sind Teil des Förderprogramms. Für jedes Kind gibt es im Schnitt 700 Euro vom Land um die Betreuung zu ermöglichen. Zusätzlich werden Lehrstellen und Personalkosten bezuschusst. Ein anderes Teilprogramm ist „Ideen für mehr! Ganztägig lernen“. 4,3 Millionen Euro fließen im Schnitt jährlich vom Bund zur Unterstützung dieser Programme. Starke Kommunen, in denen die Eltern im Durchschnitt mehr verdienen, als in anderen Gegenden NRWs subventionieren das Programm für schwächere Kommunen mit.

Was wird in NRW gefördert?

Im Gegensatz zu dem Berliner Bonusprogramm steht in NRW die schulische Komponente des Programms im Vordergrund. Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe werden besonders häufig angeboten. Wie es mit dem offenen Ganztag wirklich klappt, hat der WDR untersucht. Viele Eltern wünschen sich ein umfassenderes Angebot. Sie wollen an der Gestaltung der Projekte im Rahmen der Förderung stärker eingebunden sein. Zusätzliche Projekte wie Freizeit-, Sport- und Kulturangebote sollen das Programm ergänzen.

 

 

Bilder:

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Bild 2: pixabay.com © spinheike (CC0 Public Domain)

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